Dienstag, 5. März 2013

Mit dem Schiff Navimag von Puerto Montt nach Puerto Natales



Endlich ging es auf das Schiff, dass wir schon in unserer ersten Woche in Cusco gebucht hatten und worauf wir uns schon seitdem gefreut hatten! Auf dem Weg zur Fähre hat sich Tamara noch schön auf der Straße lang gelegt und sich das Knie aufgeschürft... Der schwere Reiserucksack hat sie richtig zu Boden geworfen und es gab nur einen lauten Ratsch, als die Hose zerissen ist... gut, dass sie sich die nächsten 4 Tage erstmal nicht all zu viel bewegen musste!

Nachdem wir unser Gepäck abgegeben hatten, ging es nochmal in die Stadt um ein paar Besorgungen für die nächsten 4 Tage zu machen. In der Eincheck-Schlage waren alle ganz besorgt um die blutende Tamara und wir haben sofort einen netten Amerikaner kennengelernt, mit dem wir unsere Besorgungen erledigt haben. Der Fischmarkt war besonders interessant und wir haben viele neue Fische, Muscheln und "Lebewesen", die aussahen wie kleine Aliens, entdeckt. Für Janne gab es geräucherte Muscheln und Empanadas, während Tamara fast vergeblich versucht hat etwas vegetarisches zu finden und wieder mal feststellen musste, dass für manche Menschen Dinge, die "nur ein bißchen Fleisch" enthalten, auch vegetarisch sind...




Gegen 14 Uhr bezogen wir auf der Fähre unsere Betten und mussten sehr erfreut feststellen, dass unsere Unterkunft viel besser als erwartet war. Natürlich hatten wir die günstigste Kategorie (CCC) gebucht und nicht die größten Ansprüche gehabt, sodass wir echt gut gelaunt waren, als wir unsere Hochbetten neben dem Fenster!! gegenüber von 2 weiteren Hochbetten bezogen, von denen auch noch eins leer stand! Allgemein hatte das Einchecken auf der Fähre ein bißchen was von "Titanic" vor allem, weil die AAA Klasse auch noch ihren eigenen Essensraum hatte... Allerdings sah es nach der Tischdeckung so aus, als ob die AAA.Passiere wie Sardellen in einer Konservendose essen mussten. Also keine Beschwerde unsererseits. Auch unsere Mitreisende Australierin Christel war sehr nett und wir haben uns in unserem kleinen Kabuff sehr wohl gefühlt.



Die nächsten 4 Tage auf der Navimag Fähre haben wir viele nette Menschen kennen gelernt, wunderschöne Landschaften und Fjorde gesehen, Interessantes über Patagonien gelernt, Bingo gespielt und Karaoke gesungen. Außerdem hat Janne das erste Mal Robben live gesehen, während Tamara zum ersten Mal Delfine gesehen hat und auch die Pinguine haben sich ab und an sehen lassen!



Die Route ging meistens durch die patagonischen Fjorde, aber für einen halben Tag waren wir auch auf dem offenen Meer und hatten ein wenig stärkeren Seegang. Von unserer sehr bemühten und freundlichen Crew wurden uns schon lange, bevor es aufs Meer raus ging, geraten Tabletten gegen die Seekrankheit zu nehmen. Janne befolgte diesen Rat auch und Tamara musste erst die Erfahrung machen, dass sie doch nicht ganz seetauglich ist, bevor sie vor dem Abendbrot doch eine Tablette genommen hat. Danach war aber alles wieder gut und am nächsten Morgen waren wir wieder in stillen Gewässern (in den Fjorden) unterwegs.







An unserem 3. Tag auf dem Schiff gab es recht viel zu sehen. Zuerst machten wir einen kleinen Abstecher in den Iceberg-Fjord, wo wir bis auf 500m an einen Gletscher heran gefahren sind und später machten wir einen Stop in Puerto Edén, dem einzigen Ort zwischen Puerto Montt und Puerto Natales. Diesen Ort hat es grade leider sehr stark getroffen, da die Einwohner dort vor allem von dem Fischfang leben und es in den Gewässern, wo sie fischen einen Virus gibt. Deswegen ist das Fischen dort im Moment verboten und im letzten Jahr hat sich die Einwohnerzahl auf ca. 75 Personen reduziert (bei Wikipedia ist die Einwohnerzahl noch mit 176 angegeben). Außerdem sind wir den Tag noch an einer Marienstatue und einem alten Schiffswrack vorbei gefahren, die von unserem Schiff mit dem Schiffshorn gegrüßt wurden!









Die Fahrt war wunderwunderschön, es war nie langweilig und die Zeit verging wie im Flug! Wir hatten gutes Essen, eine super nette und immer freundliche Crew und haben viele nette Leute kennengelernt, mit denen wir zum Teil auch später im Nationalpark wandern waren. Es war eine sehr entspannte Zeit auf der Fähre und die Investition hat sich auf jeden Fall gelohnt!



Pucón



Von Santiago haben wir dann unseren letzten Nachtbus (in Chile) nach Pucón genommen. 
Dort angekommen waren wir erst einmal von der Natur begeistert. Die Stadt liegt nämlich wunderschön an einem riesigen See gelegen und im Hintergrund ragt der Vulkan Villarica empor. 

Unser eigentlicher Plan war es mal wieder einen Vulkan zu besteigen, allerdings mussten wir das absagen, da unser Aufenthalt in Santiago doch länger andauerte als erwartet. Also haben wir uns für eine andere sportliche Aktivität entschieden: Mountainbikes. Mit denen haben wir uns dann auf den Weg zur blauen Lagune gemacht. Nach mehrmaligem Verfahren, sind dann wir dann auf eine schöne, aber sehr schwierige Route gekommen…Allerdings haben wir später im Lonely Planet gelesen, dass diese nur für erfahrene Mountainbiker geeignet ist. Es ging nämlich immer Bergauf und Bergab, auf Schotterpisten… Im Nachhinein ist es nicht mehr allzu peinlich, dass wir ein paar Mal die Steigungen hochschieben mussten. 



  Aber die Mühe hat sich gelohnt und wir hatten eine schöne Erfrischungspause an einem kleinen „Wasserfall“ am Fluss und einen unglaublichen Blick auf die Blaue Lagune. Leider ist diese sehr touristisch und man musste ein bisschen für die besten Fotospots anstehen. Für den Rückweg haben wir uns gegen die Berge und für die Straße entschieden. Das ging super schnell und wir hatten ein gutes Tempo drauf. Letztendlich haben wir mehr als 40 km zurückgelegt und unsere Beine und den Hintern ganz schön gespürt.





Da am zweiten Tag bereits unser Bus nach Puerto Montt ging, haben wir es nur noch geschafft einen kleinen Weg bis zu einem geschlossenen Kloster zu gehen. Von dort hatten wir einen schönen Blick über die Stadt und auf den angrenzenden See. Außerdem haben wir eine deutsche Nonne getroffen, die uns ein bisschen über ihr Leben im Kloster erzählt hat. Die Nonnen stellen für ihren Lebensunterhalt diverse Süßigkeiten, Kekse und Schokoladen her. Diese waren so lecker, dass wir uns für unseren bevorstehenden Bootstrip erst mal ordentlich eingedeckt haben. 

Des Weiteren sind wir zum ersten Mal auf gutes Brot in einer deutschen Bäckerei gestoßen, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie lecker das war. Der Süden von Chile ist ziemlich voll mit Deutschen. Zum einen von Urlaubern, die in Patagonien wandern und diverse Abenteuersportarten ausprobieren können, zum anderen aber auch durch deutsche Auswanderer.

Baños Morales



Am Samstagmorgen konnten wir der Hitze in Santiago etwas entfliehen, indem wir uns auf den Weg nach Banos Morales gemacht haben. Die ist ein kleines Dorf in den Anden, ohne Elektrizität, ohne Internet und ohne feste Straßen. Dort wohnen ca. 5 Familien und der Rest der Häuser sind Ferienhäuser. Eins von denen gehört Emiliano’s Familie, der uns netterweise dahin eingeladen hat.

 Der Weg war relativ einfach, aber alleine hätten wir es nie geschafft dort anzukommen. Los ging es mit dem Collektivo bis zur Metro, dann mit der Metro zum nächsten Collektivo und zum Schluss sind wir das erste Mal in unserem Leben per Anhalter gefahren. Dies war viel einfacher als erwartet… wir wollten gerade unser Frühstück auspacken, als schon das erste Auto anhielt und uns mitnahm.

Auf der Fahrt haben wir dann auch gleich erfahren, dass ein großes Dorffest in Banos Morales stattfindet, was uns Emiliano verschwiegen bzw. vergessen hatte. Endlich hatten wir mal Glück, denn normalerweise verpassen wir solche Feste immer um ca. eine Woche.
 Auf dem Fest traten diverse Musik- und Folkloregruppen auf und verschiedene traditionelle Tänze wurden vorgeführt. Zur weiteren Unterhaltung haben Spiele wie Sackhüpfen, Tauziehen und die Reise nach Jerusalem gesorgt. Tamara hat die Mädelsmannschaft  beim Tauziehen unterstützt und die Reise nach Jerusalem gab es in einer verschärften Version, nämlich mit Pferden. Das heißt beim Stoppen der Musik mussten die Teilnehmer als allerstes vom Pferd springen, um sich dann einen Stuhl für die nächste Runde zu sichern. Abends wurde getanzt und es gab diverse Tanzwettbewerbe, von denen Janne sogar einen mit ihrem chilenischen Tanzpartner gewonnen hat (Ausländerbonus ;) ).
Die Stimmung war sehr ausgelassen und wir haben mit Emilano, seinen Eltern und Verwandten getanzt und einige folkloristische Schrittfolgen kennengelernt (z.B. Cueca-Tanzen).

 Den nächsten Tag haben wir erst einmal ausgeschlafen, bevor wir ein bisschen durchs Dorf und in der Umgebung spazieren gegangen sind. Hätten wir mehr Zeit gehabt , wäre der Besuch des Nationalparks eine weitere Option gewesen. 


 Die Familie und das gesamte Dorf waren super gastfreundlich und so wurden wir reichlich zum Mittag und Frühstück bekocht. Super lecker und sehr sehr viel. Bei einem Glas Wein haben wir dann ein bisschen mehr über die chilenische Geschichte gelernt, bevor wir abends zurück nach Santiago gefahren sind. Ein nettes Pärchen hat uns freundlicherweise fast bis zur Haustür von Emiliano mitgenommen (natürlich wieder per Anhalter, jetzt haben wir ja Übung). 

Montag, 4. März 2013

Santiago de Chile





Von Valparaíso nach Santiago sind es ca. 1,5h Busfahrt. Diesmal haben wir uns gegen Pullman-Bus und für Tur-Bus entschieden, allerdings werden wir für unsere nächste großer Fahrt wieder unser Lieblingsbusunternehmen Pullman bevorzugen.
In Santiago haben wir zum Glück wieder einen Couchsurfer gefunden, der uns beide freundlicherweise aufgenommen hat. Das erste Mal zu Emiliano zu kommen, war eine kleine Weltreise, da er und seine Eltern ca. 30 min vom Zentrum entfernt wohnen. Das heißt Metro und Colletivo oder Bus. Er hat uns aber eine ziemlich gute Beschreibung mitgegeben, so dass wir bis kurz vor seine Straße ein leichtes Spiel hatten. Allerdings hatte die Straße kein Straßenschild und so sind wir erstmal zu weit gelaufen. Begrüßt wurden wir dann standesgemäß mit einem Bier und nach einem kleinen Kennenlerngespräch hat er uns auch gleich zu dem Ferienhaus seiner Eltern in den Bergen eingeladen. Allerdings dazu später mehr.

Als erstes wurde Janne’s früherer Austauschschüler aus Schulzeiten, Patito, besucht. Wir hatten nach langer Feierabstinenz, große Lust auszugehen, und Patito meinte, der Donnerstag wäre dafür sehr geeignet. Er war erst noch auf einer Geburtstagsfeier, die sich aber als etwas langweilig herausgestellt hat und hat uns daher zu einem anderen Freund mitgenommen. Dort wurde uns gleich das „Nationalgetränk“ Piscola eingeschenkt… Statt Rum-Cola trinken die jungen Chilenen Pisco mit Cola. Nach dem Bier und etwas Wein, ist uns dieser schnell in den Kopf gestiegen und wir sind zur ersten Disco gefahren. Diese hat sich als eine Art „Erasmus-Party“ herausgestellt, die sehr gut besucht und dementsprechend voll und stickig war. Also ging es weiter zur nächsten Feier. Dort wurde ordentlich getanzt zu einer Mischung aus latein- und nordamerikanischem Pop, sowie Regeaton. Leider ging viel zu früh das Licht an und wir sind wieder in Patito‘s Wohnung zur Afterparty gefahren. Dadurch, dass der Nachhausweg zu Emiliano etwas länger dauerte, besonders nachts (ohne Metro und Collectivos), haben wir den nächsten halben Tag erstmal im Bett verbracht.
Das war auch ganz gut, da Santiago von einer Hitzewelle überrollt und es erst gegen Abend angenehmer wurde.  Zu dieser Zeit konnten wir endlich das Haus verlassen und sind nach Bellavista gefahren, um wieder Bier zu trinken, Empanadas zu essen und durch die Straßen zu schlendern. Dabei haben wir einen guten Überblick über die Stadt bekommen und zu guter Letzt einen Terremoto in der Bar Piojera getrunken. Das ist ein Cocktail aus süßem Wein, mit Ananaseiscreme und Grenadine oder Vernet. Der hat es ganz schön in sich, ist nicht wirklich lecker und sieht auch nicht appetitlich aus. An Feiern und Trinken kommt man in Santiago nicht wirklich vorbei und daher ging es abends auf eine Hausparty von Emilano’s Freundin.





 Am Montag kannten wir den Weg in das Zentrum schon so gut, dass Emiliano uns allein losgeschickt hat. Also konnten wir endlich auf die diversen Aussichtpunkte und Berge, die wir uns vorher nur von unten anschauen durften (Emiliano meinte immer, dass es zu lange dauert und es zu heiß ist …). Von dem Cerro Cristobal und einem Aussichtsturm hatten wir eine unglaublich schöne Aussicht über die Stadt.






 Eigentlich wollten wir uns am Samstag (wieder) zum Feiern mit unserem früheren Reisebegleiter Dan treffen… Da wir spontan in den Bergen waren, müssen wir dies auf Buenos Aires verschieben. So haben wir uns zumindest zum Mittagessen getroffen und die letzten zwei Reisewochen und –tipps austauschen können.
Am letzten Tag in Santiago sind wir noch schnell ins Museo de la Memoria y Derechos Humanos gegangen. Dies war super interessant, aber irgendwie haben wir ein bisschen die Zeit versäumt und mussten ziemlich hetzen. Dies war besonders schade, da das Museum wirklich gut ist und viel mehr Zeit verdient hätte. Abends haben wir uns zum Abschied noch mal mit Patito getroffen bevor wir total abgehetzt (mal wieder die Zeit) am Busbahnhof angekommen sind.


 Insgesamt ist Santiago auf jeden Fall eine Reise wert und ziemlich schön für eine Hauptstadt. Sie ist sehr europäisch, grün und einfach zu bereisen. Im Zentrum sind die Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß zu erreichen und ausgehtechnisch hat sie viel zu bieten. Auch unser Couchsurfer hat sich sehr viel Zeit für uns genommen und uns viele schöne Ecken gezeigt. Dafür haben wir uns mit Frühstück und Abendessen, sowie Abwaschen, revanchiert. Die Abendessen sind meist etwas ausgeartet, da diverse Freunde und neue Couchsurfer miteingeladen wurden. Dies hat interessante Gespräche bis tief in die Nacht mit sich gebracht. Die Folge war langes Ausschlafen und viel Ausruhen, neben unseren Stadterkundungen. Teilweise haben wir die Zeit völlig vergessen und waren immer wieder überrascht, wie spät es eigentlich war…

In Santiago haben wir von unserem Couchsurfer auch einigen lateinamerikanischen Hip Hop gezeigt bekommen. Besonders hat uns ein Lied der Gruppe „Calle13“ gefallen, das auch einen richtig schönen Videoclip hat, der ganz gut auch unseren Gesamteindruck von Südamerika beschreibt. http://www.youtube.com/watch?v=DkFJE8ZdeG8