Sonntag, 5. Mai 2013

ENCARNACIÓN, JESUS, TRINIDAD (Paraguay) und POSADAS (Argentinien)

Hmmm zu Encarnaciín gibt es nicht viel zu sagen. Da es am Fluss Paraná gelegen ist, kann mann dort an den Strand und sogar schwimmen gehen, was ich zwei Tage lang gemacht habe. Auch ist die Uferpromenade ist recht schön anzusehen und man hat einen guten Blick auf das argentinische Posadas, das durch seine Hochhäuser ein bisschen an die Skyline von New York erinnert (im Dunkeln). Da aber wie bereits erwähnt überhaupt keine Reisezeit ist, war der Strand super leer, mein Hotel (Hotel Germain) auch und erst gegen Abend hat man die Paraguayer aus ihren Häusern kommen sehen. Dann wurde die Uferpromenade richtig belebt, mit Familien, die Tereré aus riesigen Thermoskannen trinken und es wird sogar ein bisschen Sport getrieben. Davon hab ich mich auch anstecken lassen und bin 2 Tage Joggen gewesen.Allerdings geht man in Paraguay wohl eher walken, wie ich feststellen musste ;-).







TRINIDAD

In Trinidad gibt es mal wieder einen jesuitische Mission zu bewunden. Diese ist ziemlich groß und beeindruckend und laut Reiseführer wohl das am wenigsten besuchte Weltkulturerbe. Diese Aussagen kann ich nur bestätigen, da ich die einzige Person auf den Ruinen war. Die Nebensaison hat auch positive Seiten :-D.






Um zur 12 km entfernten fast komplett wiederaufgebauten Jesuiten Mission in Jesus zu kommen, habe ich mir ein kleines Motortaxi gegönnt.



JESUS
 






POSADAS

Posadas liegt auf der anderen Seite des Paraná-Flusses und somit in Argentinien. Zwischen den beiden Städten verkehren internationale Busse, die einen ganz bequem über die Brücke in das andere Land bringen. Ansonsten ähneln sich die beiden Städte schon sehr. Auch Posadas hat eine sehr schöne Uferpromenade und es fällt insgesamt auf, dass es dort ein bisschen gepflegter und ordentlicher aussieht. Auch gibt es mehr Sportbegeisterte, die die Promenade (schon während der Mittagshitze) für Walken und sogar Joggen bevölkern.













ASUNCIÓN


Genauso schwer wie es war nach Santa Cruz zu kommen, war es auch Santa Cruz zu verlassen. Es gab natürlich wieder Blockaden, die irgendwas mit Steuern auf Benzin zu tun haben. Dementsprechend durfte ich noch eine Nacht länger in Santa Cruz bleiben, bevor ich mich auf meine 24 h-Busfahrt nach Asunción begeben durfte. Durch die Verschiebung der Abfahrt um einen Tag hat sich auch komischerweise mein Busanbieter geändert und beim Anblick des Bus hatte ich ein wenig Angst vor der langen Fahrt... Aber letztendlich konnte ich mich nicht beschweren: mit mir saßen nur ca. 10 andere Personen im Bus und so konnte jeder 2 und mehr Sitze belegen. Dementsprechend hatte ich meine beste Busübernachtung bisher, es gab Essen, Trinken und Filme und alles für umgerechnet 30 Euro! Allerdings machten wir sehr viele Stopps, da die Paraguayische Grenzpolizei uns mindestens 5x auf Drogen kontrolliert hat. Die Ausreise aus Bolivien hat wunderbar geklappt, aber dann kam es erstmal zu keiner Einreise nach Paraguay. Die erfolgte ca. 6 Stunden! später. Aber dann richtig! Alle Taschen mussten ausgepackt werden und in Reihe gelegt werden, die jeweiligen Besitzer mussten sich passend zu ihren Gegenständen dahinter einreihen und dann kam ein echter Drogenschnüffelhund. Das war spannend! Aber keiner meiner Mitreisenden hat irgendwas versucht zu schmuggeln, also konnten wir relativ schnell weiterfahren, bis zur nächsten Kontrolle ;-).

Nach knapp 24 h ist der Bus in Asunción angekommen, was alle Mitreisenden (außer mir) überrascht hat, da der Bus wohl sonst auch bis zu 30 h brauchen kann. Mein erster Eindruck von Asunción war " Was für eine schöne Stadt!" Direkt am Fluss gelegen, hat der dazugehörige Sonnenuntergang umgehauen. Auch sah Asunción gar nicht wie die Hauptstadt des 2. ärmsten Landes Südamerikas aus, sondern ganz im Gegenteil: überall Malls, teure, neue Autos, viele schicke Restaurants und gut gekleidete Menschen. Erst hinterher habe ich erfahren, dass wir durch die reicheren Vororte gefahren sind. Im Zentrum sah alles schon etwas heruntergekommener aus und direkt hinter dem Regierungsgebäude Calbrido, befindet sich ein kleiner Slum.




Da keiner meine großen Scheine aus dem Geldautomaten wechseln konnten oder wollten, musste ich vom Busbahnhof ein Taxi nehmen. Der Taxifahrer war um die 80 und sehr nett. Er hat mir erst von seiner Stadt vorgeschwärmt und mir geraten, was ich mir alles angucken soll. Mein Hostel "El Viajero" war genau im alten Zentrum und ziemlich neu. Es gab einen Pool, die Zimmer waren riesig, die Angestellten super nett und alles war sehr sauber. Leider ist in Paraguay momentan überhaupt keine Reisezeit und so war ich in einem 8er Zimmer mit einer netten Venezuelerin und einem deutschen, der aber gleich den nächsten Tag abgereist ist. Mit dem Mädel hab ich mich ziemlich gut verstanden, aber leider hatte sie eine Lebensmittelvergiftung gehabt und war dabei sich auszukurieren, also hab ich sie immer nur zum Frühstück und Abends gesehen. Dementsprechend habe ich die Stadt alleine erkundet, bin zu Museen etwas außerhalb gefahren, die leider geschlossen waren, hab mir eine der Malls angeguckt und alle historisch wichtigen Gebäude im Zentrum angeschaut, nebenbei was über die urbane Ausbreitung der Stadt gelernt. 







Auch habe ich es mir nicht nehmen lassen das Eisenbahnmuseum zu besuchen, da in Paraguay die allererste Eisenbahnstrecke Südamerikas gebaut wurde. Aber wie ich auf meiner Reise gemerkt habe, hat sich das System Eisenbahn nicht durchsetzen können :-).





Meinen letzten Abend habe ich dann mit einigen Straßenkünstlern in einer Cerveceria verbracht. Ich saß auf dem Plaza de los Heroes und hab meine Beine hochgelegt und wurde mal wieder angequatscht von einem bolivianischen Kettenverkäufer. Der meinte, dass sein Kumpel Geburtstag (30) hat und dass sie in der Nähe ein Bier trinken gehen wollen und ob ich nicht Lust habe mitzukommen. Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass es sich um ehrliche und aufrichtige Menschen handelt, habe ich zugestimmt und einen ziemlich lustigen Abend verbracht, bei dem ich viel über die paraguayische und auch die bolivianische Kultur gelernt habe.

Vor meiner Abreise nach Encarnación hab ich noch schnell die 4 Mercados angeschaut, aber leider meine Kamera nicht mitgenommen. Dort gab es wirklich alles zu kaufen, was das Herz begehrt: Tiere, Elektronikartikel, Obst, Essen, Kleidung etc.

Sonntag, 28. April 2013

SAMAIPATA


Mit dem Collectivo habe ich mich in die Berge nach Samaipata gemacht. Dort bin ich ziemlich günstig in einem Hostel am Plaza abgestiegen. Den ersten Tag habe ich ein bisschen den Ort erkundet und es mir früh in meinem Doppelbett gemütlich gemacht. Gerade bin ich an einem Punkt meiner Reise angekommen, in dem ich ein bisschen Ruhe von anderen Menschen brauche. Daher kommt mir dieses Zimmer gerade Recht und ich kann die liegengebliebenen Dingen, wie den Blog, abarbeiten.




EL FUERTE

Den zweiten Tag habe ich zu einer Wanderung zu den Inca-Ruinen EL FUERTE genutzt. Diese liegen 9 km außerhalb von Samaipata und sind eigentlich gut zu Fuß zu erreichen. Leider habe ich die Abzweigung verpasst und bin 5 km zu weit in Richtung Santa Cruz gelaufen. Irgendwann hat ein Auto angehalten und ich habe gefragt, ob es noch weit bis zu den Ruinen sei. Daraufhin haben mir die netten Männer mitgeteilt, dass ich schon lange dran vorbei gelaufen bin, aber die mich gerne mitzurücknehmen. Gesagt getan. Von der Gabelung ging es dann nochmal 5 km bergauf bis zu El Fuerte. Dort angekommen, war ich ziemlich durchgeschwitzt und fertig. Aber der Weg hat sich gelohnt, die Aussicht war wunderschön und die Ruinen haben sich in ihrer ganzen Pracht vor mir erstreckt.




Nach einer kurzen Toiletten-Erfrischung habe ich mich auf den Rundgang durch die Ruinen begeben. Die Hauptattraktion ist ein riesiger Fels in den die Inkas Tierformen, Bewässerungssysteme und ähnliches eingehauen haben. Der Fels diente zum einen als Bewässerungssystem und zum anderen als Opferstätte. Um den Fels sind diverse Ruinen, die einst Häuser waren, angeordnet. Insgesamt lässt sich die Inka-Stätte in einen zeremoniellen und einen administrativen Bereich unterteilen. Neben den Inkas haben auch in früherer Neuzeit die Spanier diesen Punkt als Festung und als Handelspunkt zwischen Asunción und Lima genutzt.










Den nächsten Tag hatte ich dann einen tierischen Muskelkater und einen kleinen Sonnenbrand. Daher hab ich mich für einen faulen Tag im Bett entschieden.Abends habe ich dann meine Tour in den Amboro-Nationalpark für den nächsten Tag gebucht

AMBORO NATIONALPARK

Der Amboro-Nationalpark ist riesig und besteht aus verschiedenen Klimazonen. Ich hab mich bei meiner Tour für den Nebelwald „La Yunga“ entschieden. Dieser besteht aus vielen Farnen, die teilweise mehr als 1000 Jahre alt sind, und erstreckt sich in einer Höhe von 2000 bis 2600 m. Diese Vegetationsart ist einzigartig in Bolivien und man fühlt sich ein bisschen in eine frühere Zeit versetzt.






Durch die tropische Feuchte bildet sich normalerweise viel Nebel, der dem Wald seinen Namen gibt. Bei meiner Tour gab es überhaupt keinen Nebel, was sehr selten ist und so konnte ich von dem Aussichtspunkt kilometerweit gucken, was normalerweise auch nicht möglich ist, dafür fehlte ein bisschen die eigentliche Mystik des Waldes.





Mein Guide Clemente konnte super Vogelstimmen imitieren und so hatte ich das Glück Tukane und andere bunte Vogelarten zu entdecken, die durch seine Laute angelockt wurden. Auf unserem Rückweg vom Aussichtspunkt hat mich wieder das Glück erfasst und ich habe eine Affenmama mit ihrem kleinen Baby in den Baumgipfeln herumklettern sehen.





Diese Tour war für boliviansche Verhältnisse nicht ganz billig, da sich einfach keine weiteren Personen haben finden lassen, dafür hab ich am Hostel gespart und am Ende sogar einen Rabatt bekommen, da ich 4 Nächte geblieben bin.